Warum
Das duale Berufsausbildungssystem weist neben seinen herausragenden Stärken einen entscheidenden Schwachpunkt auf: Eine effektive, didaktisch begründete und umsetzbare Verbindung zwischen Praxis (Lehrwerkstatt und Fachbereich) und Theorie (Berufsschule und Zuhause) ist noch nicht optimal ausgeprägt, da die Lernorte voneinander getrennt sind. Ursachen dafür liegen u.a. in der räumlichen Trennung, in unterschiedlichen Lernkonzepten in der Schule und im Betrieb sowie in der unterschiedlichen Organisation der verschiedenen Lernorte.
Als Folge aus dieser Trennung ergibt sich, dass die Auszubildenden nur schwer den Zusammenhang zwischen Theorie und Praxis sehen. Ein Transfer von Lernerfolgen, die an einem Lernort erzielt wurden, in den anderen Lernort findet oft nur unsystematisch statt. Je optimaler jedoch die Verzahnung zwischen den beiden Lernorten funktioniert, je besser werden die Auszubildenden auf ihre zukünftige Facharbeitertätigkeit vorbereitet.
Das Ziel eines aktiven, prozess- und selbstgesteuerten Lernsystems soll durch die Konstruktion einer Didaktik- und IT-Brücke zwischen praktischem Lernen im Arbeitsprozess und dem eher theoriegeleiteten Lernen in der Berufsschule verwirklicht werden.
Die Didaktik- und IT-Brücke besteht aus einer didaktischen und einer technologischen Ebene, welche die unterschiedlichen funktionsgeprägten Lernwelten eines Betriebs (Lehrwerkstatt und Fachbereich) mit den strukturierten Bildungsumgebungen einer Schule und der individuell geprägten, privaten Umgebung anwendungsorientiert vernetzt.
Zentral ist dabei für das Projekt die Nutzung des Web2.0, das wir als Treiber für prozessorientiertes Lernen ansehen. Dadurch können bloße Nutzer zu Machern und (Mit-) Gestaltern werden: Inhalte sind ständig im Wandel, werden überarbeitet und aktuellen Anforderungen angepasst. Interaktion und Kooperation der Nutzer rücken damit in den Mittelpunkt, Selbststeuerung, Prozessorientierung und aktives Lernen werden gefördert.